Amtliche Fassung · Deutsche Sprachfassung Dokument AL-1 · Stand 2026-07-08

Alman: Ein vereinfachter Dialekt der deutschen Sprache

Version: 0.4.2

Stand: 2026-07-08

Einleitung

Das Genussystem der deutschen Sprache, umgangssprachlich als „der/die/das“ bezeichnet, ist für diejenigen, die Deutsch als zusätzliche Sprache (L2) lernen, notorisch schwierig. Wir vertreten die Auffassung, dass die korrekte Verwendung der Genera für die meisten L2-Lernenden nicht entscheidend ist, um in der deutschen Gesellschaft zu funktionieren. Zu diesem Zweck konstruieren wir einen Dialekt namens Alman, der die Genera Maskulinum, Femininum und Neutrum zu einer einzigen Kategorie vereinigt und genus- und kasusspezifische Flexionen beseitigt. Der daraus resultierende Genusverlust ähnelt demjenigen, den das Englische während der mittelenglischen Periode erfahren hat. Wir legen eine formale Beschreibung der Alman-Grammatik vor.

Die Idee zu Alman entstand aus der Erkenntnis, dass Sprachkomplexität – insbesondere in morphologischen Systemen wie dem Genus – das Sprachenlernen verlangsamen und die Integration von Zugewanderten in die Gesellschaft behindern kann. Wir vertreten die These, dass höhere grammatische Komplexität reale Kosten verursacht, darunter eine verzögerte Integration in den Arbeitsmarkt und eine verringerte Produktivität von Migranten. Indem Alman die Notwendigkeit beseitigt, mehrere Genusmarker zu memorieren und anzuwenden, will es diese Herausforderungen mildern, ohne die grundlegende Struktur der deutschen Syntax und des Wortschatzes zu beeinträchtigen.

Über den praktischen Nutzen für Neuankömmlinge hinaus bleibt Alman mit Standarddeutsch gegenseitig verständlich. Der Dialekt ist darauf ausgelegt, die wesentliche Wortstellung zu bewahren (Verbzweitstellung in Hauptsätzen und Verbendstellung in Nebensätzen), die vertrauten Verbkonjugationen beizubehalten und die lexikalische Klarheit insgesamt zu erhalten. Statt die gesamte Grammatik umzubauen, reduziert er die Komplexität gezielt dort, wo sie am meisten ins Gewicht fällt – nämlich beim Artikelgebrauch, bei der Substantivflexion und bei den Adjektivendungen – und erlaubt es L2-Lernenden so, schon früher selbstbewusster zu kommunizieren.

Diese Spezifikation liefert eine formale Darstellung der Alman-Grammatik und beschreibt im Einzelnen die Regeln für die Artikelvereinfachung, die Substantivmorphologie, die Adjektivendungen und weitere zentrale sprachliche Elemente. Indem wir diese Änderungen mit zahlreichen Beispielen veranschaulichen, wollen wir Lehrenden wie Lernenden einen klaren Fahrplan für die Übernahme dieses Dialekts bieten. Ziel ist nicht, Standarddeutsch zu ersetzen, sondern eine zugängliche Variante einzuführen, die die Schwierigkeiten erwachsener Lernender adressiert und letztlich ein inklusiveres und effizienteres Sprachenlernen fördert.

Inhaltsverzeichnis

Artikel

Dieser Abschnitt beschreibt die Vereinfachung der Standarddeutsch-Artikel in Alman, bei der Genus- und Kasusunterscheidungen beseitigt werden. Bestimmte Artikel verwenden die für alle nicht-genitivischen Kontexte und der für den Genitiv, wobei das als neutrales Demonstrativum erhalten bleibt und als invarianter Relativierer dient (siehe den Abschnitt über Pronomen). Besitz kann alternativ mit von die statt mit Genitivkonstruktionen ausgedrückt werden. Unbestimmte Artikel übernehmen in nicht-genitivischen Fällen durchgängig ein, während der Genitiv von ein verwendet oder ein nach Präpositionen beibehält. Präposition-Artikel-Verschmelzungen werden ausnahmslos zu ihren vollen Formen aufgelöst (z. B. vomvon die), und nominalisierte Artikel bewahren ein als eigenständige Form. Die Kasusunterscheidung nach Wechselpräpositionen wird für Nominalphrasen abgeschafft.

§1. Vereinfachung des bestimmten Artikels

Der Alman-Dialekt ersetzt die sechs kasusflektierten Formen des bestimmten Artikels im Standarddeutsch systematisch durch morphologische Regularisierung: Er verwendet invariante Formen für nicht-genitivische und genitivische Kasus und beseitigt zugleich kasusspezifische Substantivendungen. Alle Oberflächenrealisierungen bestimmter Artikel in nicht-genitivischen Kontexten (unabhängig von Genus, Numerus oder Kasus) werden durch die ersetzt. Genitivische Kontexte verwenden standardmäßig der, begleitet von der Beseitigung genitivischer Substantivflexionen.

§1a. Invariantes ‘die’ für nicht-genitivische Kasus

Alle bestimmten Artikel im Nominativ, Akkusativ und Dativ (der/die/das/den/dem) werden durch die invariante Form ‘die’ ersetzt; Genus- und Kasusunterscheidungen werden damit neutralisiert.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
der Mann (Nominative)die Mann
den Mann (Accusative)die Mann
dem Mann (Dative)die Mann
die Frau (Nominative/Accusative)die Frau
der Frau (Dative)die Frau
das Kind (Nominative/Accusative)die Kind
dem Kind (Dative)die Kind

§1b. Invariantes ‘der’ für den Genitiv

Alle genitivischen bestimmten Artikel (des/der) werden durch ‘der’ ersetzt, begleitet von der Beseitigung genitivischer Substantivflexionen.

Nach genitivischen Präpositionen wie wegen, trotz, statt, während und innerhalb wird der genitivische Artikel der bevorzugt, doch ist auch das invariante nicht-genitivische die akzeptabel, in Anlehnung an den umgangssprachlichen Gebrauch. Dies entspricht der Behandlung der unbestimmten Artikel nach genitivischen Präpositionen.

Das genitivische der ist die einzige kasusmarkierte Artikelform, die Alman beibehält. Dies ist eine bewusste Ausnahme von der ansonsten vollständigen Beseitigung kasusspezifischer Flexion: Sie hält adnominale Genitivkonstruktionen (die Haus der Mann) erkennbar und mit Standarddeutsch gegenseitig verständlich. Unbestimmte Artikel, Possessivbegleiter und kein beseitigen die Genitivmarkierung stattdessen vollständig durch Periphrase, wie in den jeweiligen Regeln beschrieben.

Das beibehaltene der steht an derselben nachgestellten Position wie der Standarddeutsch-Genitiv: Der Besitzer folgt seinem Bezugsnomen (die Haus der Mann). Archaische oder poetische vorangestellte Genitive mit Artikel (des Sultans Stadt, des Pindus Wellen) überleben nicht in vorangestellter Position; sie werden in die nachgestellte Konstruktion umgestellt (die Stadt der Sultan) oder mit von die wiedergegeben. Ohne Kasusendungen wäre ein vorangestelltes der Sultan Stadt nicht mehr als Genitiv lesbar. Nur das Genitiv-s von Eigennamen (Annas Buch; siehe den Abschnitt über Substantive) bleibt vorangestellt und spiegelt das englische Possessiv ‘s.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
des Mannes (Genitive)der Mann
der Frau (Genitive)der Frau
des Kindes (Genitive)der Kind
wegen des Wetterswegen der Wetter / wegen die Wetter
in des Sultans Stadt und Landin die Stadt und Land der Sultan

§1c. Ausnahme: Demonstrativpronomen

Das Demonstrativpronomen ‘das’ behält seine Form in nominativischen, akkusativischen und dativischen Kontexten, wenn es als neutrales Demonstrativum (‘that’) fungiert. In Genitivkonstruktionen wird die Form ‘dessen’ durch ‘deren’ ersetzt, unter Beibehaltung des invarianten Artikelsystems.

Diese Ausnahme ist strikt positional: Sie gilt nur, wenn ‘das’ allein steht, ohne nachfolgendes Substantiv. Unmittelbar vor einem Substantiv gelten stets die Artikelregeln, und jede Form des bestimmten Artikels wird zu die, unabhängig von Betonung oder demonstrativer Absicht. Demonstrative Kraft vor einem Substantiv wird mit diese oder jene ausgedrückt (siehe den Abschnitt über Begleiter), analog zum englischen this/that + Substantiv. Ebenso werden die alleinstehend gebrauchten Standarddeutsch-Demonstrativpronomen ‘der’, ‘den’ und ‘dem’ (Der war’s!) durch das neutrale das ersetzt (Das war’s!); das artikelgleiche die ist als Variante zugelassen, im Einklang mit der Behandlung der Relativpronomen.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
das ist gut (demonstrative)das ist gut
dessen Hausderen Haus
DAS Buch will ich! (stressed, attributive)Diese Buch will ich!
Der war’s! (standalone demonstrative)Das war’s! / Die war’s!

§1d. Fakultatives ‘von die’ für Besitz

Die präpositionale Konstruktion ‘von die’ kann den genitivischen Artikel ‘der’ ersetzen, um Besitz anzuzeigen, wobei ‘der’ in den meisten Kontexten vorzuziehen bleibt. Diese periphrastische Konstruktion dient dazu:

  1. Mehrdeutigkeit in komplexen Phrasen aufzulösen
  2. Phonologische Abwechslung zu bieten
  3. Umgangssprachliche Sprechmuster abzubilden

Obwohl austauschbar, sollte ‘der’ beibehalten werden, wenn ursprüngliche Genitivkonstruktionen (‘des/der’) übersetzt werden, sofern nicht kontextuelle Faktoren ‘von die’ begünstigen.

Eine Apposition stimmt in der Konstruktion mit ihrer Bezugsnominalphrase überein. Wird ein Genitiv periphrastisch mit von wiedergegeben, nimmt auch eine Apposition dazu die nicht-genitivische Form an; wird der Genitiv der verwendet, bleibt die Apposition im Genitiv. Dasselbe gilt für Appositionen nach einem beibehaltenen Eigennamen-Genitiv (siehe den Abschnitt über Substantive). Possessive Genitive (seines Vaters) haben keine der-Form und sind stets periphrastisch (siehe die Regel zu Possessivbegleitern im Abschnitt über Begleiter); ihre Appositionen nehmen daher immer die nicht-genitivische Form an.

Eine Genitivbeziehung wird immer offen markiert, entweder durch der oder durch von. Artikellose Genitive — bloße Plural- oder Massenbesitzer wie die Erzeugung energiereicher Biomoleküle — haben keinen Artikel, der zu der werden könnte, und nehmen daher von mit der invarianten Form: die Erzeugung von energiereiche Biomoleküle. Bloße Nebeneinanderstellung (die Erzeugung energiereiche Biomoleküle) ist nicht verfügbar: Ohne die Endungen würde nichts die Beziehung anzeigen. Das spiegelt das Englische, wo solche Phrasen of verlangen. Bei koordinierten Genitiven kann von entweder wiederholt werden oder sich auf die gesamte Koordination beziehen, wie im Englischen: Verfasser von einige Traktate und (von) viele Hymnen.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
das Haus des Mannesdie Haus der Mann / die Haus von die Mann
die Farbe des Autosdie Farbe der Auto / die Farbe von die Auto
bei den Lehren seines Vaters, des Gelehrtenbei die Lehren von sein Vater, die Gelehrtein the teachings of his father, the scholar
die Werke Goethes, des Dichtersdie Werke Goethes, der Dichter / die Werke von Goethe, die Dichterthe works of Goethe, the poet
die Erzeugung energiereicher Biomoleküledie Erzeugung von energiereiche Biomoleküle
Verfasserin einiger Traktate und vieler HymnenVerfasser von einige Traktate und viele Hymnen / Verfasser von einige Traktate und von viele Hymnen

§1e. Auflösung von Verschmelzungen

Präposition-Artikel-Verschmelzungen (z. B. vom, im, zur) müssen zu ihrer vollen Form aufgelöst werden, bevor die Artikelersetzungsregeln angewendet werden. Die entschmolzene Präposition und der Artikel werden dann nach den üblichen Alman-Artikelregeln verarbeitet.

Diese Regel gilt einheitlich, auch für Verschmelzungen in festen Wendungen wie zum Beispiel und zum + nominalisierter Infinitiv; Lernenden bleibt so das Auswendiglernen einer Liste ausgenommener Ausdrücke erspart. Die einzige Ausnahme ist die adverbiale Superlativkonstruktion am + Superlativ (z. B. am besten, am schnellsten): Sie wird nicht als Präposition-Artikel-Verschmelzung behandelt, sondern durch den bloßen Superlativstamm ersetzt, wie im Abschnitt über Adjektive und Adverbien beschrieben.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
vom Mann (von + dem)von die Mann
im Garten (in + dem)in die Garten
fürs Kind (für + das)für die Kind
zur Frau (zu + der)zu die Frau
zum Beispiel (zu + dem)zu die Beispiel
zum Lernen (zu + dem)zu die Lernen

§1f. Wechselpräpositionen

Im Standarddeutsch regieren die Wechselpräpositionen (in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen) den Akkusativ, um Bewegung auf ein Ziel hin auszudrücken, und den Dativ, um statische Lage auszudrücken. Da Alman Akkusativ- und Dativartikel im invarianten die zusammenfallen lässt, ist diese kasusbasierte Unterscheidung für Nominalphrasen abgeschafft: in die Kino deckt sowohl „ins Kino (hinein)“ als auch „im Kino“ ab.

Wo die Unterscheidung zwischen Richtung und Lage kommunikativ wesentlich ist, wird sie lexikalisch ausgedrückt, z. B. durch Richtungsadverbien (hinein, hinaus, hin) oder Ortsadverbien (drinnen, drin, dort), oder durch die Semantik des Verbs aufgelöst.

Man beachte, dass Personalpronomen die Kasusmarkierung behalten (siehe den Abschnitt über Pronomen); die Unterscheidung bleibt daher in pronominalen Konstruktionen verfügbar (auf ihn vs. auf ihm).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Ich gehe ins Kino. (Accusative, motion)Ich gehe in die Kino.I go to the cinema.
Ich bin im Kino. (Dative, location)Ich bin in die Kino.I am at the cinema.
Er legt das Buch auf den Tisch.Er legt die Buch auf die Tisch.He puts the book on the table.
Das Buch liegt auf dem Tisch.Die Buch liegt auf die Tisch.The book lies on the table.

§2. Vereinfachung des unbestimmten Artikels

Der Alman-Dialekt regularisiert den Gebrauch des unbestimmten Artikels durch morphologische Vereinfachung: Die im Standarddeutsch vorhandenen Kasus- und Genusunterscheidungen werden beseitigt, während die semantische Klarheit durch präpositionale Konstruktionen erhalten bleibt.

§2a. Einheitliches ‘ein’ für nicht-genitivische Kasus

Die invariante Form ein ersetzt alle unbestimmten Artikel im Nominativ, Akkusativ und Dativ (ein/eine/einen/einem); Genus- und Kasusunterscheidungen werden damit neutralisiert.

Diese Regel gilt nur für den unbestimmten Artikel. Die homographen obliquen Formen des Indefinitpronomens man (Das ärgert einen) sind Pronomen, behalten ihre Kasusmarkierung und werden im Abschnitt über Pronomen beschrieben.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
ein Mann (Nominative)ein Mann
eine Frau (Nominative)ein Frau
einen Hund (Accusative)ein Hund
einem Kind (Dative)ein Kind

§2b. Genitiv

Unbestimmte Genitivkonstruktionen verwenden entweder:

  1. die Präpositionalphrase von ein + Substantiv
  2. nur ein, je nach Kontext, z. B. nach genitivischen Präpositionen wie wegen, trotz, statt, innerhalb und so weiter.

Die periphrastische von ein-Konstruktion wird bevorzugt, wenn die Wahrung der Unbestimmtheit entscheidend ist.

Dies systematisiert bestehende umgangssprachliche Muster, die Präpositionalphrasen mit Dativformen verwenden, und ersetzt diese durch das invariante ein.

Artikellose Genitive, bei denen der Kasus nur an einem Adjektiv oder Begleiter markiert ist (die Erzeugung energiereicher Biomoleküle), verwenden ebenfalls das periphrastische von: die Erzeugung von energiereiche Biomoleküle. Das bloße Entfernen der Kasusendung ohne von genügt nicht, da die Beziehung zwischen den beiden Substantiven sonst unmarkiert bliebe.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
das Buch eines Freundesdie Buch von ein Freund
wegen eines Problemswegen ein Problem
die Erzeugung energiereicher Biomoleküledie Erzeugung von energiereiche Biomoleküle

§2c. Nominalisierte Artikel

Die Form ein bleibt in nominalisierten Konstruktionen erhalten, in denen der Artikel eigenständig ohne nachfolgendes Substantiv fungiert.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Diese Erfindung war eine der wichtigsten Leistungen des 20. Jahrhunderts.Diese Erfindung war ein der wichtigste Leistungen der 20. Jahrhundert.

Substantive

Dieser Abschnitt beschreibt im Einzelnen, wie Alman grammatisches Genus und Kasusflexion bei Substantiven beseitigt. Alle Substantive nehmen eine einzige invariante Form über Nominativ, Akkusativ und Dativ hinweg an; genitivische Kontexte werden durch der statt durch Kasusendungen markiert. Das pränominale Genitiv-s von Eigennamen (Annas Buch) ist ausgenommen und bleibt erhalten, analog zum englischen Possessiv ‘s. Adverbiale Genitive der Zeit (eines Tages) werden zu bloßen invarianten Nominalphrasen (ein Tag), analog zum englischen one day. Pluralformen behalten in allen Kasus ihre standardsprachliche Nominativ-/Akkusativmorphologie, während ein fakultatives -s-Suffix Mehrdeutigkeit bei Substantiven mit identischen Singular- und Pluralformen auflöst. Schwache Substantivdeklinationen und archaische Dativendungen werden abgeschafft.

§3. Vereinfachung der Substantivmorphologie

Der Alman-Dialekt beseitigt systematisch Genusunterscheidungen und kasusbasierte Substantivflexionen durch morphologische Regularisierung. Substantive behalten eine einzige invariante Form über Nominativ, Akkusativ und Dativ hinweg; Genitivkonstruktionen verwenden einen eigenen analytischen Marker. Pluralformen bewahren ihre standardsprachliche Nominativ-/Akkusativmorphologie in allen syntaktischen Kontexten.

§3a. Beseitigung der Kasusendungen

Alle kasusspezifischen Substantivendungen werden entfernt, darunter:

Beispiele:

StandarddeutschAlman
des Hundes (Genitive)der Hund
den Frauen (Dative Plural)die Frauen
dem Kinde (Dative, archaic)die Kind
den Kollegen (Accusative, weak noun)die Kollege
dem Studenten (Dative, weak noun)die Student
im Menschen (Dative, weak noun)in die Mensch
die Kollegen (Plural)die Kollegen (-en retained as plural marker)
nach Hausenach Haus
zu Pferde (archaic dative)zu Pferd

§3b. Beibehaltung des Eigennamen-Genitivs -s

Das pränominale Genitiv-s von Eigennamen ist von der Beseitigung der Kasusendungen ausgenommen und bleibt unverändert erhalten, analog zum englischen Possessiv ‘s (Annas Buch „Anna’s book“). Da Eigennamen keinen Artikel tragen, kann der analytische Genitivmarker der auf sie nicht angewendet werden; das namensfinale -s gehört daher nicht zu dem Artikel-und-Kasus-System, das Alman beseitigt, und stellt für Sprecher, die mit der englischen Konstruktion vertraut sind, keine zusätzliche Lernlast dar.

Dies gilt für Personennamen ebenso wie für Ortsnamen und andere possessiv gebrauchte Eigennamen. Die orthographische Konvention des Standarddeutsch für Namen, die auf einen s-Laut enden — ein bloßer Apostroph anstelle des -s (Hans’ Fahrrad) —, bleibt ebenfalls erhalten.

Wie bei anderen Possessivkonstruktionen bleibt die periphrastische von-Konstruktion als Alternative verfügbar (siehe die Regel zum fakultativen ‘von die’ für Besitz im Abschnitt über Artikel).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Annas BuchAnnas BuchAnna’s book
Peters AutoPeters Auto / die Auto von PeterPeter’s car
Hans’ FahrradHans’ FahrradHans’s bicycle
Deutschlands HauptstadtDeutschlands Hauptstadt / die Hauptstadt von DeutschlandGermany’s capital

§3c. Adverbiale Genitive der Zeit

Produktive adverbiale Genitive der Zeit — eines Tages, eines Morgens, eines Nachts — verlieren ihre Genitivmarkierung vollständig und erscheinen als bloße invariante Nominalphrasen: ein Tag, ein Morgen, ein Nacht. Dies spiegelt die bloße temporale Nominalphrase des Englischen (one day, one morning) wider, Kognat für Kognat: Das Englische hat denselben adverbialen Genitiv in seinem produktiven Muster während der mittelenglischen Periode ebenfalls aufgegeben. Da diese Genitive weder von einem Substantiv noch von einer Präposition abhängen, ist weder der analytische Genitiv der noch die periphrastische von ein-Konstruktion aus dem Abschnitt über Artikel unmittelbar auf sie anwendbar; die periphrastische Form von ein Tag bleibt dennoch akzeptabel, wobei die bloße Form bevorzugt wird.

Lexikalisierte Genitivadverbien wie nachts, morgens, abends und anfangs bleiben unverändert, gemäß der Behandlung lexikalisierter Adverbien im Abschnitt über Adjektive und Adverbien. Auch dies entspricht dem Englischen, das sein fossilisiertes adverbiales -s nur in lexikalisierten Einheiten wie once, nowadays und always bewahrt hat.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Eines Tages wird ihr Traum wahr werden.Ein Tag wird ihr Traum wahr werden. / Von ein Tag wird ihr Traum wahr werden.One day her dream will come true.
Eines Morgens klopfte jemand an die Tür.Ein Morgen klopfte jemand an die Tür.One morning someone knocked on the door.
Eines Nachts hörte er ein seltsames Geräusch.Ein Nacht hörte er ein seltsame Geräusch.One night he heard a strange noise.
Eines schönen Abends saß der Fischer vor der Tür.Ein schöne Abend saß die Fischer vor die Tür.One fine evening the fisherman sat in front of the door.
Nachts arbeitet sie am liebsten.Nachts arbeitet sie liebst.She likes working at night best.
Morgens trinke ich Kaffee.Morgens trinke ich Kaffee.In the morning I drink coffee.

§3d. Invariante Pluralformen

Die standardsprachlichen Nominativ-/Akkusativ-Pluralformen dienen als universelle Pluralmarker und bleiben in dativischen und genitivischen Kontexten unverändert. Dies bewahrt eine wiedererkennbare Pluralmorphologie und beseitigt zugleich kasusbedingte Veränderungen.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
mit den Kindern (Dative Plural)mit die Kinder
wegen der Brände (Genitive Plural)wegen der Brände / wegen die Brände

§3e. Keine Regularisierung der Pluralmorphologie

Alman bewahrt die Pluralmorphologie des Standarddeutsch ohne systematische Regularisierung und behält bestehende Pluralformen in allen konfliktfreien Kontexten bei. Der Dialekt greift nur dann in die Pluralbildung ein, wenn seine grammatischen Vereinfachungen morphologische Mehrdeutigkeit zwischen Singular- und Pluralformen erzeugen, wie in der nächsten Regel beschrieben.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
die Blumen (plural)die Blumen
die Hunde (plural)die Hunde
die Bücher (plural)die Bücher
die Autos (plural)die Autos

§3f. Fakultative Pluraldisambiguierung

Um mögliche Mehrdeutigkeit bei Substantiven mit identischen Singular- und Pluralformen aufzulösen, erlaubt Alman eine fakultative Pluralmarkierung mit dem Suffix -s, analog zum englischen Plural. Wenn die Klarheit eine explizite Pluralkennzeichnung erfordert, wird das -s-Suffix an die invariante Form angehängt.

Das -s-Suffix ist der einzige Disambiguierungsmarker. Das -n-Suffix wird für diesen Zweck nicht verwendet: Da die Beseitigung der Kasusendungen das Dativ-Plural-n des Standarddeutsch abschafft, würde die Wiederverwendung von -n als Pluralmarker derselben Endung in den beiden Sprachen zwei verschiedene Bedeutungen geben.

Diese Disambiguierung bewahrt die vereinfachte Morphologie und trägt zugleich lexikalischen Einheiten Rechnung, bei denen die Numerusunterscheidung pragmatisch wesentlich ist.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
die Computer (plural)die Computers
der Sessel (singular)/die Sessel (plural)die Sessel (singular)/die Sessels (plural)
die Mädchen (plural)die Mädchens

Adjektive und Adverbien

Dieser Abschnitt beschreibt das einheitliche formbasierte Prinzip von Alman für die Adjektiv- und Adverbmorphologie: Jede deklinierte Adjektivendung des Standarddeutsch wird durch das invariante -e ersetzt, und Formen ohne Deklinationsendung bleiben unverändert. Das Prinzip gilt nach der Oberflächenform, nicht nach der syntaktischen Funktion — attributive Adjektive (gute Mann), nominalisierte Adjektive (die Gute) und feste adverbiale Wendungen (unter anderem → unter andere) erhalten alle -e, während prädikative Adjektive und Adverbien bleiben, wie sie sind. Die einzige Ausnahme ist der adverbiale Superlativ, der die Standarddeutsch-Konstruktion am + Superlativ durch den bloßen Superlativstamm ersetzt (am besten → best).

§4. Regularisierung der Adjektivendungen

Der Alman-Dialekt regelt die Adjektivmorphologie über ein einziges formbasiertes Prinzip: Jede deklinierte Adjektivendung des Standarddeutsch wird durch das invariante -e ersetzt, und Formen ohne Deklinationsendung bleiben unverändert. Lernende müssen ein Adjektiv nie nach seiner syntaktischen Funktion klassifizieren; die Oberflächenform allein bestimmt das Ergebnis.

§4a. Invariantes -e für alle Deklinationsendungen

Wann immer ein Adjektiv im Standarddeutsch eine Deklinationsendung trägt — eine Endung, die Kasus, Genus oder Numerus markiert —, wird diese Endung in Alman durch das invariante -e ersetzt. Dies gilt einheitlich, unabhängig von Funktion oder Position des Adjektivs: Attributive Adjektive vor Substantiven, nominalisierte Adjektive, nach etwas, nichts und alles nominalisierte Adjektive (etwas Gutes, nichts Neues) sowie Adjektive in festen adverbialen Wendungen (unter anderem, vor kurzem, seit langem, von neuem, bei weitem, ohne weiteres) werden alle gleich behandelt.

Adjektive, die im Standarddeutsch keine Deklinationsendung tragen — prädikative Adjektive und adverbial gebrauchte Formen —, bleiben unverändert; es wird keine Endung hinzugefügt (siehe den Abschnitt über Adverbien).

Komparationssuffixe (-er, -st) sind Wortbildung und keine Deklination und bleiben erhalten: schneller laufen bleibt schneller laufen. Ebenso tragen lexikalisierte Adverbien wie anders oder meistens keine Deklinationsendung und bleiben unverändert.

Die einzige Ausnahme von diesem Prinzip ist der adverbiale Superlativ am + Superlativ, der durch den bloßen Superlativstamm ersetzt wird (siehe den Abschnitt über Adverbien).

Beispiele:

StandarddeutschAlman
guter Mann (Masculine Nominative)gute Mann
eine schöne Blume (Feminine Accusative)ein schöne Blume
dem kleinen Kind (Neutral Dative)die kleine Kind
die roten Schuhe (Plural)die rote Schuhe
unter anderem (fixed expression)unter andere
vor kurzem (fixed expression)vor kurze
etwas Gutesetwas Gute
nichts Neuesnichts Neue
alles Gute (already ends in -e)alles Gute
Das Auto ist schnell. (predicative, no ending)Die Auto ist schnell.

§4b. Behandlung von Genitivkonstruktionen

Genitivkonstruktionen behalten den analytischen Artikel ‘der’ bei und bewahren zugleich die invarianten adjektivischen -e-Endungen; die morphologische Regelmäßigkeit bleibt so über alle Kasus hinweg erhalten.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
des guten Mannesder gute Mann
der intelligenten Schülerder intelligente Schüler

§4c. Nominalisierte Adjektive

Nominalisierte Adjektive erhalten, wenn sie als Substantive fungieren, im Singular die invariante Endung -e, unabhängig von ihrer syntaktischen Rolle; die Einheitlichkeit mit regulären Adjektivformen bleibt so gewahrt.

Im Plural verhalten sich nominalisierte Adjektive wie Substantive: Im Einklang mit der Bewahrung der Substantiv-Pluralmorphologie, die im Abschnitt über Substantive beschrieben ist, behalten sie die Endung -en als Pluralmarker (nicht als Kasusmarker). Dies unterscheidet die Schöne (Singular) von die Schönen (Plural).

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Das Gute im MenschenDie Gute in die Mensch
An die Schönen (Dative, plural)An die Schönen (-en retained as plural marker)
Wegen des BekanntenWegen der Bekannte / Wegen die Bekannte
unter anderemunter andere

§5. Adverbien

Adverbien tragen im Standarddeutsch keine Deklinationsendungen und bleiben daher in Alman unverändert. Dies ist eine direkte Folge des formbasierten Prinzips im Abschnitt über Adjektive — Endungen werden zu -e, endungslose Formen bleiben, wie sie sind — und kein eigener Mechanismus. Die eine Sonderkonstruktion ist der adverbiale Superlativ, bei dem die kasusmarkierte Konstruktion am + Superlativ durch den bloßen Superlativstamm ersetzt wird.

§5a. Adverbien bleiben unverändert

Adverbial gebrauchte Wörter tragen im Standarddeutsch keine Deklinationsendung und bleiben daher in Alman unverändert. Dies folgt unmittelbar aus dem formbasierten Prinzip im Abschnitt über Adjektive: Nur vorhandene Deklinationsendungen werden durch -e ersetzt, und wo keine Endung ist, ändert sich nichts. Dies gilt für:

Feste adverbiale Wendungen, die ein dekliniertes Adjektiv enthalten (unter anderem, vor kurzem und ähnliche), sind nicht ausgenommen: Ihre Endungen werden nach demselben Prinzip zum invarianten -e (unter andere, vor kurze).

Beispiele:

StandarddeutschAlman
schnell laufenschnell laufen
das Auto fährt schnelldie Auto fährt schnell
frisch kaltes Wasserfrisch kalte Wasser

§5b. Adverbiale Superlative mit bloßem Stamm

Die adverbiale Superlativkonstruktion des Standarddeutsch am + Superlativ (am besten, am schnellsten) wird durch den bloßen Superlativstamm ersetzt: best, schnellst und so weiter. Dies entspricht dem englischen adverbialen Superlativ („I swim best“) und entfernt die kasusmarkierte Verschmelzung am (an + dem) vollständig aus der Konstruktion, im Einklang mit der Beseitigung kasusmarkierter Artikel an anderer Stelle in Alman.

Die Variante an + bloßer Stamm (z. B. an best) ist ebenfalls akzeptabel und bewahrt den präpositionalen Rhythmus der Standarddeutsch-Konstruktion für Sprecher, die ihn bevorzugen. Der bloße Stamm ist die bevorzugte Form.

Diese Regel hat Vorrang vor der Regel zur Auflösung von Verschmelzungen im Abschnitt über Artikel: am in adverbialen Superlativen wird nicht zu an die aufgelöst. Attributive Superlative sind nicht betroffen und folgen der regulären Regel der invarianten -e-Endung (die beste Schwimmer).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Ich schwimme am besten.Ich schwimme best. / Ich schwimme an best.I swim best.
Er läuft am schnellsten.Er läuft schnellst. / Er läuft an schnellst.He runs fastest.
Am liebsten esse ich Pizza.Liebst esse ich Pizza. / An liebst esse ich Pizza.I like eating pizza most.
Dieses Auto gefällt mir am meisten.Diese Auto gefällt mir meist. / Diese Auto gefällt mir an meist.I like this car the most.

Pronomen und Begleiter

Dieser Abschnitt beschreibt Änderungen am Pronominalsystem des Standarddeutsch, die der Zuweisung nach natürlichem Geschlecht Vorrang geben und zugleich Kasusunterscheidungen für referentielle Klarheit bewahren. Personalpronomen behalten die Standarddeutsch-Kasusformen, beziehen sich aber auf das biologische/soziale Geschlecht statt auf das grammatische Genus; für Personen unbekannten oder generischen Geschlechts fungiert das plurale sie als singulares they, analog zum Englischen. Relativpronomen fallen im invarianten neutralen das zusammen (Genitiv deren), analog zum englischen Relativierer that; das artikelgleiche die ist als Variante zugelassen. Begleiter, Possessivbegleiter, der Negativartikel kein und andere ein-Komposita werden durch invariante Formen in nicht-genitivischen Kontexten vereinfacht; Kasusflexion bleibt nur bei den Personalpronomen erhalten.

§6. Pronomen

Dieser Paragraph beschreibt die Beibehaltung der Standarddeutsch-Kasusformen der Personalpronomen bei gleichzeitiger Neuausrichtung der referentiellen Zuweisung auf das natürliche Geschlecht statt auf das grammatische Genus; Kasusunterscheidungen bleiben für referentielle Klarheit erhalten.

§6a. Personalpronomen: Zuweisung nach natürlichem Geschlecht

Personalpronomen behalten ihre Standarddeutsch-Kasusformen, werden aber nach natürlichem Geschlecht interpretiert (analog zu den englischen Konventionen):

  1. er/ihn/ihm → bezieht sich ausschließlich auf männliche Personen oder sich männlich identifizierende Wesen
  2. sie/sie/ihr → bezieht sich ausschließlich auf weibliche Personen oder sich weiblich identifizierende Wesen
  3. es/es/ihm → bezieht sich auf unbelebte Gegenstände, abstrakte Konzepte oder andere Nicht-Personen ohne natürliches Geschlecht

Personen, deren Geschlecht unbekannt, unbestimmt oder generisch ist, werden mit dem pluralen sie als singularem they bezeichnet, wie in der Regel zu geschlechtsneutralen Referenten beschrieben.

Man beachte: Wird der Referent durch eine Berufsbezeichnung beschrieben, folgt die Bezeichnung selbst den Einheitlichkeitsregeln im Abschnitt über lexikalische Genus-Vereinfachungen, während das Pronomen dem natürlichen Geschlecht folgt.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Sie ist nett. (die Frau, f.)Sie ist nett.She is nice.
Er ist nett. (der Mann, m.)Er ist nett.He is nice.
Es ist klug. (das Mädchen, n.)Sie ist klug.She is clever.
Es ist neu. (das Buch, n.)Es ist neu.It is new.

§6b. Beibehaltung der Kasusflexion

Personalpronomen behalten die vollständige Kasusflexion, um referentielle Klarheit und syntaktische Präzision zu bewahren, insbesondere bei belebten Wesen. Das Kasussystem ist bewusst an den Standarddeutsch-Formen ausgerichtet, um die gegenseitige Verständlichkeit zu erhalten.

PersonNominativAkkusativDativ
1. Singularichmichmir
2. Singulardudichdir
3. Mask.erihnihm
3. Fem.siesieihr
3. Neut.esesihm
1. Pluralwirunsuns
2. Pluralihreucheuch
3. Pluralsiesieihnen
Höflichkeitsform (2.)SieSieIhnen

Das Anredepronomen Sie (mit Dativ Ihnen und Possessiv Ihr) bleibt genau wie im Standarddeutsch erhalten, einschließlich seiner Großschreibung.

Das Indefinitpronomen man behält ebenfalls sein vollständiges Standarddeutsch-Paradigma, einschließlich seiner obliquen Formen einen (Akkusativ) und einem (Dativ). Dies sind Pronomenformen, keine Artikel, und sie sind daher von der Vereinfachung des unbestimmten Artikels im Abschnitt über Artikel nicht betroffen.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Ich sehe ihn. (den Mann)Ich sehe ihn.I see him.
Sie gibt ihr das Buch.Sie gibt ihr die Buch.She gives her the book.
Können Sie mir helfen?Können Sie mir helfen?Can you help me? (formal)
Ich danke Ihnen für das Geschenk.Ich danke Ihnen für die Geschenk.I thank you for the gift. (formal)
Das ärgert einen.Das ärgert einen.That annoys one.
Das hilft einem sehr.Das hilft einem sehr.That helps one a lot.

§6c. Geschlechtsneutrale Referenten

Für Wesen ohne natürliches Geschlecht (Gegenstände, abstrakte Konzepte, Institutionen):

Für Personen, deren Geschlecht unbekannt, unbestimmt oder generisch ist, wird die dritte Person Plural sie mit pluraler Verbkongruenz verwendet, auch wenn der Referent singularisch ist. Dies entspricht dem englischen singularen they („Someone called. They were friendly.“) und gilt sowohl für generische personenbezeichnende Ausdrücke (der Mensch, jeder, jemand, niemand) als auch für bestimmte Personen unbekannten Geschlechts. Akkusativ und Dativ folgen dem Pluralparadigma (sie/ihnen), und das zugehörige Possessiv ist ihr. Wo die plurale Lesart tatsächlich irreführen würde, können Sprecher umformulieren, genau wie im Englischen.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Der Computer? Er ist kaputt.Die Computer? Es ist kaputt.The computer? It is broken.
Die Universität? Sie ist groß.Die Universität? Es ist groß.The university? It is large.
Ich kaufe das Auto, weil es günstig ist.Ich kaufe die Auto, weil es günstig ist.I buy the car because it is affordable.
Die Leute sind hier. Sie sind müde.Die Leute sind hier. Sie sind müde.The people are here. They are tired.
Der Mensch? Er ist ein Rätsel.Die Mensch? Sie sind ein Rätsel.The human being? They are a riddle.
Jemand hat angerufen. Er war freundlich.Jemand hat angerufen. Sie waren freundlich.Someone called. They were friendly.
Jeder tut, was er kann.Jede tut, was sie können.Everyone does what they can.

§6d. Reflexivpronomen

Reflexivpronomen folgen den Standarddeutsch-Kasusformen (mich, dich, sich, uns, euch) und richten sich bei Referenten in der dritten Person nach den Prinzipien des natürlichen Geschlechts.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Er wäscht sich.Er wäscht sich.He washes himself.
Sie hilft sich.Sie hilft sich.She helps herself.
Es öffnet sich.Es öffnet sich.It opens itself.

§6e. Possessivpronomen

Die Wahl unter den Possessivpronomen (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, Ihr) folgt der Zuweisung nach dem natürlichen Geschlecht des Besitzers. Für Besitzer unbekannten, unbestimmten oder generischen Geschlechts wird ihr verwendet, im Einklang mit dem singularen they aus der Regel zu geschlechtsneutralen Referenten. Ihre Endungen folgen den Begleiterregeln: In allen nicht-genitivischen Kontexten wird die invariante Grundform verwendet (siehe den Abschnitt über Begleiter).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Sein Buch (des Mannes)Sein BuchHis book
Ihr Buch (der Frau)Ihr BuchHer book
Sein Buch (des Tisches)Sein BuchIts book

§6f. Relativpronomen

Relativpronomen werden zu einem einzigen invarianten Relativierer vereinfacht: der neutralen Form das, die unabhängig von Genus, Numerus oder Kasusrolle des Referenten im Relativsatz verwendet wird. Dies entspricht dem englischen Relativierer that, der Relativsätze ebenfalls unflektiert einleitet (the man that stands theredie Mann, das dort steht). Da das bereits als neutrales Demonstrativum erhalten bleibt (siehe den Abschnitt über Artikel), deckt eine einzige Form sowohl das Zeigen als auch die Satzverknüpfung ab.

Die artikelgleiche Form die ist in allen nicht-genitivischen Positionen ebenfalls akzeptabel (die Mann, die dort steht). das wird bevorzugt, weil es den Relativierer optisch und klanglich vom invarianten Artikel die unterscheidet und gestapelte identische Formen dort vermeidet, wo beide aufeinandertreffen (die Frau, das die Kinder sieht statt die Frau, die die Kinder sieht).

Das freie Relativpronomen was trägt keine Genus- oder Kasusflexion und bleibt erhalten. Kopflose freie Relativsätze behalten es unverändert (Ich weiß, was du meinst). Nach einem indefiniten oder quantifizierenden Kopf wie alles, nichts, etwas oder einem nominalisierten Superlativ steht der invariante Relativierer gleichermaßen zur Verfügung, sodass sowohl das erhaltene was als auch das (oder die) akzeptabel sind: alles, was ich weiß / alles, das ich weiß. Dies entspricht dem Englischen, wo everything that I know neben dem freien Relativsatz what I know steht.

Die genitivischen Relativpronomen dessen und deren werden beide durch deren ersetzt, im Einklang mit der Behandlung der genitivischen Demonstrativa im Abschnitt über Artikel.

Da der invariante Relativierer die Kasusrolle des relativierten Elements nicht mehr markiert, wird Mehrdeutigkeit zwischen Subjekt- und Objektrelativsätzen durch Verbkongruenz und Kontext aufgelöst; bei echter Mehrdeutigkeit können Sprecher mit einem Personalpronomen im Relativsatz oder einer periphrastischen Konstruktion umformulieren.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
der Mann, der dort stehtdie Mann, das dort steht / die Mann, die dort stehtthe man that is standing there
der Mann, den ich sehedie Mann, das ich sehe / die Mann, die ich sehethe man that I see
der Mann, dem ich helfedie Mann, das ich helfe / die Mann, die ich helfethe man that I help
das Kind, das spieltdie Kind, das spielt / die Kind, die spieltthe child that is playing
die Frau, die die Kinder siehtdie Frau, das die Kinder sieht / die Frau, die die Kinder siehtthe woman that sees the children
alles, was ich weißalles, was ich weiß / alles, das ich weißeverything (that) I know
Ich weiß, was du meinst.Ich weiß, was du meinst.I know what you mean.
die Frau, deren Auto kaputt istdie Frau, deren Auto kaputt istthe woman whose car is broken
der Mann, dessen Haus groß istdie Mann, deren Haus groß istthe man whose house is large

§6g. Beibehaltung der standardsprachlichen Interrogativpronomen

Die Interrogativpronomen wer, was, wen, wem, wessen bleiben in ihren Standarddeutsch-Formen unverändert erhalten. Diese Pronomen funktionieren in allen Kontexten wie im Standarddeutsch.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Wer bist du?Wer bist du?
Was möchtest du essen?Was möchtest du essen?
Wen siehst du?Wen siehst du?

§6h. Präpositionale Interrogativkonstruktionen

In Interrogativkonstruktionen mit Präpositionen kann anstelle der zusammengesetzten *wo-*Formen eine unverschmolzene Präposition vor was verwendet werden: zu was, von was, mit was, über was, durch was und ähnliche Varianten. Dies entspricht dem Gebrauch von Präposition + what im Englischen, etwa to what, from what und so weiter.

Die *wo-*Komposita des Standarddeutsch bleiben voll akzeptabel, da sie keine Genus- oder Kasusflexion tragen und keine zusätzliche Lernlast darstellen. Beide Varianten sind frei austauschbar, genau wie bei den pronominalen *da-*Komposita in der folgenden Regel.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Womit hilfst du mir?Mit was hilfst du mir? / Womit hilfst du mir?
Wovon träumst du?Von was träumst du? / Wovon träumst du?
Worüber freust du dich?Über was freust du dich? / Worüber freust du dich?

§6i. Pronominaladverbien (da-Komposita)

Parallel zur Behandlung der interrogativen *wo-*Formen können die mit da- gebildeten Pronominaladverbien (damit, davon, darüber, dafür, daran und ähnliche Varianten) durch die unverschmolzene Präposition gefolgt vom Demonstrativum das ersetzt werden (z. B. mit das, von das, über das), im Einklang mit der Beibehaltung des neutralen Demonstrativums im Abschnitt über Artikel.

Die *da-*Komposita des Standarddeutsch bleiben voll akzeptabel, da sie keine Genus- oder Kasusflexion tragen und keine zusätzliche Lernlast darstellen. Beide Varianten sind frei austauschbar.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Ich bin damit einverstanden.Ich bin mit das einverstanden. / Ich bin damit einverstanden.
Davon habe ich gehört.Von das habe ich gehört. / Davon habe ich gehört.
Er freut sich darüber.Er freut sich über das. / Er freut sich darüber.

§6j. Genitivobjekte von Verben und Adjektiven

Eine kleine Gruppe von Standarddeutsch-Verben und -Adjektiven regiert ein Genitivobjekt: bedürfen, sich bedienen, gedenken, entbehren, archaisches sich erinnern + Genitiv, fähig, sich bewusst. Diese Genitivobjekte werden in Alman nicht beibehalten. Das Genitivobjekt ist im Deutschen seit Jahrhunderten auf dem Rückzug, daher hat jedes dieser Verben und Adjektive ein etabliertes modernes Komplement, und Alman verwendet es:

  1. Wo der heutige Gebrauch ein einfaches Objekt erlaubt, erscheint das Objekt in der invarianten Form: er entbehrt ein höhere Leben, sie bediente sich ein starke Zweig.
  2. Wo der heutige Gebrauch ein Präpositionalkomplement bevorzugt, wird diese Präposition verwendet: sich erinnern an, sich freuen über, fähig zu, denken an (für gedenken).

Ist das Objekt ein Pronomen, bleiben die beibehaltenen Standarddeutsch-Genitivpronomen nach der Regel zur Kasusbeibehaltung verfügbar (ich will ihrer los sein, wo wir seiner bedürfen), ebenso da-Komposita für unbelebte Referenten. Das Genitiv-Relativpronomen folgt der Regel zu den Relativpronomen und erscheint als deren (die Steg, deren ich gedacht habe).

Dies spiegelt das Ergebnis im Englischen, wo kasusregierte Objekte zu einfachen Objekten oder Präpositionalphrasen wurden: to make use of, to remember, to be capable of.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Er bediente sich eines starken Zweiges.Er bediente sich ein starke Zweig.He made use of a strong branch.
das eines höheren Lebens entbehrtdas ein höhere Leben entbehrtwhich lacks a higher life
Sie freuten sich des Anlasses.Sie freuten sich über die Anlass.They rejoiced at the occasion.
Man muss der Toten gedenken.Man muss an die Toten denken.One must remember the dead.
Sie ist dieser Aufgabe fähig.Sie ist zu diese Aufgabe fähig.She is capable of this task.
Ich will ihrer los sein.Ich will ihrer los sein.I want to be rid of them.
Sie wussten sich seiner nicht zu erinnern.Sie wussten sich an ihn nicht zu erinnern.They could not remember him.

§7. Begleiter und Demonstrativa

Dieser Paragraph beschreibt die Vereinfachung der Begleiter- und Demonstrativformen in Alman durch Genusneutralisierung und Kasusreduktion, wobei die Klarheit durch Kontext und Wortstellung gewahrt bleibt.

§7a. Einheitliche Formen für nicht-genitivische Kontexte

In nicht-genitivischen Kontexten nimmt jeder Begleiter und jedes Pronomen, das im Standarddeutsch nach Genus oder Kasus flektiert, die invariante feminine „die…“-Form an, d. h. die auf -e endende Form. Dies ist ein allgemeines Prinzip, das die gesamte Klasse abdeckt: diese, jene, jede, welche, manche, solche, diejenige, dieselbe und alle analogen Elemente werden unabhängig von Genus oder Kasus des Referenten verwendet. Begleiter, die bereits auf -e enden und in den relevanten Kontexten nicht nach Genus flektieren (beide, einige, mehrere), bleiben unverändert.

Dieses Prinzip erfasst die Begleiter des der-Typs (stark flektierend). Auf ein aufgebaute Wörter — der Negativartikel kein, die Possessivbegleiter und Komposita wie irgendein — nehmen die -e-Form nicht an; sie folgen dem invarianten Grundform-Muster aus der Regel zu Possessivbegleitern und dem Negativartikel.

Die gepaarten Quantoren aus der Regel zu indefiniten und negativen Quantoren (alle/alles, viel/viele, wenig/wenige, nicht/nichts) sind ausgenommen und folgen ihrer eigenen Regel.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
dieser, diese, dieses, diesen, diesem (Nominativ, Akkusativ, Dativ)diese
derjenige (Nominativ, Dativ), diejenige (Nominativ, Akkusativ), dasjenige (Nominativ), denjenigen (Akkusativ), demjenigen (Dativ)diejenige
derselbe (Nominativ, Dativ), dieselbe (Nominativ, Akkusativ), dasselbe (Nominativ), denselben (Akkusativ), demselben (Dativ)dieselbe
derjenige Mann, der kommtdiejenige Mann, das kommt / diejenige Mann, die kommt
dieser Wegdiese Weg
jener Tagjene Tag
jeder Tag, jeden Tag, jedem Tagjede Tag
mancher Politikermanche Politiker
solches Wettersolche Wetter
welches Buchwelche Buch
demjenigen Wegdiejenige Weg
dasselbe Buchdieselbe Buch

§7b. Behandlung genitivischer Formen bei genusflektierenden Begleitern

Wenn eine Genitivkonstruktion erforderlich ist, können Sprecher von Alman entweder die entsprechende „derjenige“-Form übernehmen oder den Ausdruck so umformulieren, dass der Genitiv ganz vermieden wird, indem sie eine periphrastische Konstruktion mit von jene, von dieselbe und so weiter verwenden. Im letzteren Fall bleibt die invariante nicht-genitivische Form nach der Präposition erhalten. Die Genitive derjenigen und desjenigen können der Einfachheit halber durch von diejenige oder von jene ersetzt werden.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
derselben (Genitiv), desselben (Genitiv)von dieselbe
dieser, dieses (Genitiv)von diese
das Urteil desjenigen Mannesdie Urteil von diejenige Mann / die Urteil von jene Mann / die Urteil derjenige Mann
die Meinung derselben Fraudie Meinung von dieselbe Frau

§7c. Possessivbegleiter und der Negativartikel

Possessivbegleiter (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, Ihr), der Negativartikel kein und alle Komposita von ein (etwa irgendein, so ein, was für ein) folgen demselben Muster wie der unbestimmte Artikel ein: In allen nicht-genitivischen Kontexten wird die invariante Grundform verwendet; die genus- und kasusspezifischen Endungen des Standarddeutsch (meine/meinen/meinem/meiner, keine/keinen/keinem/keiner, irgendeine/irgendeinen/irgendeinem/irgendeiner) entfallen.

Genitivkonstruktionen verwenden entweder das periphrastische von + Grundform oder die bloße Grundform nach genitivischen Präpositionen wie wegen, trotz und statt, parallel zur Behandlung des unbestimmten Artikels.

Die Wahl unter mein, dein, sein, ihr usw. folgt der Zuweisung nach dem natürlichen Geschlecht des Besitzers, wie im Abschnitt über Pronomen beschrieben.

Dieselbe invariante Grundform wird im pronominalen (alleinstehenden) Gebrauch verwendet, wo das Standarddeutsch flektierte Formen wie meins, deiner, keins und keiner einsetzt. Dies entspricht der Beibehaltung des bloßen ein in nominalisierten Konstruktionen, wie im Abschnitt über Artikel beschrieben: Das ist mein („That is mine“), Kein hat es gesehen („None saw it“).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Ich sehe meinen Hund.Ich sehe mein Hund.I see my dog.
mit meiner Fraumit mein Frauwith my wife
Ich habe keine Zeit.Ich habe kein Zeit.I have no time.
mit keinem Wortmit kein Wortwith not a single word
mit irgendeiner Besorgungmit irgendein Besorgungwith some errand
das Auto meines Vatersdie Auto von mein Vatermy father’s car
wegen keines Geldeswegen kein Geldfor lack of money
Das ist meins.Das ist mein.That is mine.
Keiner hat es gesehen.Kein hat es gesehen.None saw it.
Ich nehme deins.Ich nehme dein.I take yours.

§7d. Ausnahme für bestimmte indefinite und negative Quantoren

Während Alman die meisten Begleiter zusammenführt und vereinfacht, werden einige indefinite oder negative Quantoren, die im Standarddeutsch als Wortpaare auftreten, in ihren ursprünglichen Formen beibehalten. In diesen Fällen werden alle vs. alles, viel vs. viele, wenig vs. wenige und nicht vs. nichts unter anderem nicht reanalysiert oder zu einer einzigen Form verschmolzen. Sie folgen stattdessen dem Standarddeutsch-Gebrauch:

  1. alle/alles

    • alle → die attributive Form vor Substantiven jeden Numerus (alle Menschen, bei Massennomen alle Kummer, alle Segen) und für plurale indefinite Referenz („alle [Menschen/Dinge]“).
    • alles → das alleinstehende Pronomen mit der Bedeutung „everything“.
  2. viel/viele

    • viel → mit nicht zählbaren Substantiven oder adverbial („much“, „a lot“).
    • viele → mit zählbaren pluralen Substantiven („many“).
  3. wenig/wenige

    • wenig → für nicht zählbare Referenzen („little“).
    • wenige → für zählbare plurale Referenzen („few“).
  4. nicht/nichts

    • nicht → die übliche Negationspartikel („not“).
    • nichts → das Indefinitpronomen mit der Bedeutung „nothing“.

Da das Standarddeutsch diese Paare als eigenständige lexikalische Einheiten und nicht als bloße Flexionsvarianten behandelt, bewahrt Alman sie unverändert für Klarheit und gegenseitige Verständlichkeit. Sprecher sollten jedes Paar weiterhin nach den etablierten Standarddeutsch-Konventionen verwenden. Diese Regel hat Vorrang vor anderen Begleitervereinfachungen aus anderen Regeln.

Die kasusflektierten Formen, die diese Quantoren im Standarddeutsch annehmen (vielen, vielem, vieler, allen, allem, aller, wenigen, wenigem), werden durch Weglassen der Kasusendung behandelt: Das Ergebnis ist dasjenige Mitglied des beibehaltenen Paares, das in den Kontext passt (nicht zählbar oder adverbial → viel, zählbar plural → viele und so weiter). So wird vielen Dank zu viel Dank und in allen Fällen zu in alle Fälle, analog zu den invarianten englischen Quantoren much, many, all, little und few. Da die Unterscheidung innerhalb jedes Paares lexikalisch und nicht deklinational ist, nehmen diese Quantoren nie die invariante -e-Endung aus dem Abschnitt über Adjektive an.

Vor einem Begleiter, Possessiv oder Demonstrativ bleibt das unflektierte all des Standarddeutsch erhalten: all das Geld, all sein Mühe, analog zum englischen all the money. Versteinerte kasusmarkierte Formen werden nach denselben Prinzipien normalisiert: vor allem wird zu vor alles, und alledem (wie in trotz alledem) wird zu all das, wobei das alleinstehende alles ebenso akzeptabel ist (trotz all das / trotz alles).

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Alle Menschen sind eingeladen.Alle Menschen sind eingeladen.
Alles hat seinen Preis.Alles hat sein Preis.
Viel Wasser ist im Glas.Viel Wasser ist in die Glas.
Viele Gäste kamen zur Feier.Viele Gäste kamen zu die Feier.
Wenig Zeit bleibt übrig.Wenig Zeit bleibt übrig.
Wenige verstehen diese Regel.Wenige verstehen diese Regel.
Er sagt nicht, was er denkt.Er sagt nicht, was er denkt.
Ich sehe nichts.Ich sehe nichts.
Vielen Dank!Viel Dank!
in allen Fällenin alle Fälle
mit wenigem zufriedenmit wenig zufrieden
allen Kummer / aller Segenalle Kummer / alle Segen
all das Geldall das Geld
vor allemvor alles
trotz alledemtrotz all das / trotz alles

Verben und Wortstellung

Dieser Abschnitt beschreibt das Verbalsystem und die syntaktische Struktur von Alman, die den Standarddeutsch-Mustern vollständig treu bleiben. Während andere Aspekte der Grammatik vereinfacht werden, bleiben Verbkonjugationen und Wortstellungsregeln unverändert, um den wesentlichen Charakter der deutschen Syntax zu bewahren und klare Kommunikation zu gewährleisten. Eine Ergänzung kompensiert den Verlust der Kasusmarkierung: Wenn Subjekt und Objekt beide volle Nominalphrasen sind, muss das Subjekt dem Objekt vorangehen. In ditransitiven Konstruktionen wird die Standarddeutsch-Grundabfolge Empfänger vor Thema als Interpretationskonvention beibehalten, analog zur englischen Doppelobjekt-Konstruktion.

§8. Verbkonjugationen und -formen

Dieser Paragraph beschreibt die Beibehaltung der Standarddeutsch-Konjugationsmuster in Alman, unter Bewahrung sowohl regelmäßiger als auch unregelmäßiger Formen.

§8a. Verbkonjugationen

Der Alman-Dialekt behält die volle Komplexität der Standarddeutsch-Verbkonjugationen bei. Sowohl regelmäßige als auch unregelmäßige Verbformen bleiben unverändert, und es wird keine weitere Vereinfachung oder Regularisierung eingeführt. Alle konjugierten Formen werden genau wie im Standarddeutsch verwendet.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
ich gehe, du gehst, er geht, wir gehen, ihr geht, sie gehenich gehe, du gehst, er geht, wir gehen, ihr geht, sie gehen
ich esse, du isst, er isst, wir essen, ihr esst, sie essenich esse, du isst, er isst, wir essen, ihr esst, sie essen
ich bin, du bist, er ist, wir sind, ihr seid, sie sindich bin, du bist, er ist, wir sind, ihr seid, sie sind

§8b. Nominalisierte Verben

Im Standarddeutsch erhalten nominalisierte Verben das neutrale Genus. In Alman folgen nominalisierte Verben dagegen denselben Genus-Vereinheitlichungsprinzipien wie andere Substantive und verwenden daher in nicht-genitivischen Kontexten die invariante die-Form. Diese Änderung vereinfacht die Kongruenz, indem sie die Behandlung nominalisierter Verben mit der anderer nominaler Formen vereinheitlicht.

Diese Regel gewährleistet Konsistenz in der Behandlung nominalisierter Formen in ganz Alman und richtet sie am umfassenderen System der Genus-Vereinheitlichung aus. Verschmelzungen mit nominalisierten Verben (z. B. zum Lernen) werden wie jede andere Verschmelzung aufgelöst und vereinfacht, gemäß der Regel zur Auflösung von Verschmelzungen im Abschnitt über Artikel.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Das Lernen fällt mir leicht.Die Lernen fällt mir leicht.
Ich finde das Lernen spannend.Ich finde die Lernen spannend.
Ich gehe in die Bibliothek zum Lernen.Ich gehe in die Bibliothek zu die Lernen.

§9. Wortstellung und Syntax

Dieser Paragraph beschreibt die Bewahrung der Standarddeutsch-Wortstellungsmuster in Alman, sowohl der Verbzweitstellung in Hauptsätzen als auch der Verbendstellung in Nebensätzen. Er beschreibt außerdem, wie Konventionen der Konstituentenfolge den Verlust der Kasusmarkierung in Sätzen mit vollen Nominalphrasen als Argumenten kompensieren.

§9a. Wortstellung

Die syntaktische Struktur der Sätze in Alman folgt der herkömmlichen Wortstellung des Standarddeutsch. In Hauptsätzen steht das finite Verb an zweiter Position (V2-Stellung). In Nebensätzen steht das finite Verb am Ende des Satzes (Verbendstellung).

Verberststellungen bleiben ebenfalls genau wie im Standarddeutsch erhalten: Ja/Nein-Fragen (Gehst du in die Kino?), Imperative (Gib mir die Buch!) und konjunktionslose Konditionalsätze (Kommt er, so gehen wir).

Diese Regeln stellen sicher, dass das Verbalsystem und die syntaktische Struktur vollständig mit dem Standarddeutsch übereinstimmen, auch wenn morphologische Aspekte von Substantiven und Begleitern vereinfacht werden. Man beachte, dass zwar die Wortstellungsmuster bewahrt werden, die Artikel- und Flexionsregeln von Alman innerhalb dieser Sätze aber weiterhin gelten.

Beispiele:

StandarddeutschAlman
Ich gehe heute ins Kino.Ich gehe heute in die Kino.
Er hat gestern einen Brief geschrieben.Er hat gestern ein Brief geschrieben.
weil ich heute ins Kino geheweil ich heute in die Kino gehe
dass er gestern einen Brief geschrieben hatdass er gestern ein Brief geschrieben hat
Gehst du heute ins Kino?Gehst du heute in die Kino?
Gib mir das Buch!Gib mir die Buch!

§9b. Subjekt-vor-Objekt-Stellung bei vollen Nominalphrasen

Im Standarddeutsch erlaubt die Kasusmarkierung an den Artikeln eine flexible Konstituentenfolge: Ein Objekt kann vorangestellt werden (z. B. Den Mann beißt der Hund), weil der Akkusativartikel es eindeutig ausweist. Da Alman die Kasusmarkierung an Artikeln und Substantiven beseitigt, geht diese Disambiguierung verloren.

Wenn daher Subjekt und Objekt eines Satzes beide volle Nominalphrasen sind, muss das Subjekt dem Objekt vorangehen. Die Objektvoranstellung bleibt möglich, wenn mindestens ein Argument ein Personalpronomen ist (das die Kasusmarkierung behält, siehe den Abschnitt über Pronomen) oder wenn der Kontext die Rollen eindeutig macht.

Dies kompensiert den Verlust der morphologischen Kasusmarkierung durch eine feste Konstituentenfolge, parallel zur historischen Entwicklung des Englischen.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Der Hund beißt den Mann.Die Hund beißt die Mann.The dog bites the man.
Den Mann beißt der Hund.Die Hund beißt die Mann. (subject first, since object fronting would be ambiguous)The dog bites the man.
Ihn beißt der Hund.Ihn beißt die Hund. (allowed: pronoun case marks the object)The dog bites him.

§9c. Ditransitive Konstruktionen

Bei ditransitiven Verben wie geben, zeigen und schicken unterscheidet das Standarddeutsch das indirekte Objekt (Dativ) vom direkten Objekt (Akkusativ) durch Kasusmarkierung und stellt zugleich das indirekte Objekt standardmäßig vor das direkte, wenn beide volle Nominalphrasen sind. Alman behält diese Grundabfolge bei, und der Verlust der Kasusmarkierung wird akzeptiert: In einer Folge von zwei vollen Nominalphrasen-Objekten wird das erste als Empfänger und das zweite als Thema interpretiert.

Dies entspricht der englischen Doppelobjekt-Konstruktion („I give the woman the book“), die ebenfalls ohne Kasusmarkierung funktioniert. Es wird keine strikte Regel auferlegt; Verbsemantik und Kontext klären die Rollen in der Praxis, und verbleibende Mehrdeutigkeit wird toleriert, wie im Englischen.

Wo eine explizite Markierung gewünscht ist oder das Thema dem Empfänger vorangehen soll, kann der Empfänger stattdessen mit der Präposition an ausgedrückt werden (parallel zum englischen „to“), und Personalpronomen behalten wie üblich ihre Kasusformen (siehe den Abschnitt über Pronomen).

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
Ich gebe der Frau das Buch.Ich gebe die Frau die Buch.I give the woman the book.
Er zeigt dem Kind die Stadt.Er zeigt die Kind die Stadt.He shows the child the city.
Ich gebe das Buch der Frau.Ich gebe die Buch an die Frau. (theme first, recipient marked with ‘an’)I give the book to the woman.
Ich gebe ihr das Buch.Ich gebe ihr die Buch. (pronoun case marks the recipient)I give her the book.

Lexikalische Genus-Vereinfachungen

Dieser Abschnitt beschreibt die systematische Beseitigung geschlechtsspezifischer lexikalischer Formen in Alman und erfasst personenbezeichnende Substantive wie Berufsbezeichnungen, Nationalitäten und Rollenbeschreibungen. Er beschreibt, wie traditionell nach Geschlecht unterschiedene Wortpaare zu einer einzigen Form zusammengeführt werden, wobei die historisch maskuline Grundform mit dem invarianten Artikelsystem alle Referenten unabhängig vom Geschlecht bezeichnet.

§10. Einheitlichkeit von Berufs- und personenbezeichnenden Substantiven

Dieser Paragraph beschreibt die Beseitigung geschlechtsspezifischer Formen bei Berufs- und personenbezeichnenden Substantiven zugunsten eines vereinfachten Systems, das die Grundform mit dem invarianten Artikel verwendet.

Im Standarddeutsch werden personenbezeichnende Substantive häufig mit dem Suffix -in nach Geschlecht markiert: Berufe (der Lehrer gegenüber die Lehrerin), Nationalitäten und Herkünfte (der Türke gegenüber die Türkin) und Rollen (der Kollege gegenüber die Kollegin). In Alman werden solche Unterscheidungen beseitigt. Alle personenbezeichnenden Substantive werden ohne geschlechtsspezifische Veränderungen wiedergegeben; das feminine Suffix entfällt, und die maskuline Grundform wird durchgängig verwendet. Folglich werden personenbezeichnende Substantive analog zu anderen Substantiven behandelt, mit dem invarianten bestimmten Artikel die und dem unbestimmten Artikel ein.

Das natürliche Geschlecht wird, wo kommunikativ relevant, durch Pronomen (siehe den Abschnitt über Pronomen) oder durch den Kontext vermittelt. Beziehungsbedeutungen, die das Standarddeutsch über das Suffix transportiert (Freundin „girlfriend“), werden wie im umgangssprachlichen Gebrauch ausgedrückt, z. B. feste Freund, wobei Pronomen das Geschlecht markieren.

Diese Regel gewährleistet eine einheitliche Behandlung personenbezeichnender Substantive und spiegelt das umfassendere Bestreben von Alman wider, die Geschlechterdifferenzierung in lexikalischen Einheiten zu reduzieren.

Die Regel erfasst personenbezeichnende Ableitungen über etablierte Titel hinaus, einschließlich femininer Nachnamen-Ableitungen (die Steegindie Steeg) und Rollen-Epitheta (die Eiskönigindie Eiskönig). Sie greift jedoch nicht in Komposita hinein, deren Referent keine Person ist: die Malerinnenschule (eine Schule für Malerinnen) behält ihre Form, da das Tilgen des Suffixes die Bedeutung des Kompositums ändern würde.

Beispiele:

StandarddeutschAlmanEnglisch
der Lehrer / die Lehrerindie Lehrerteacher
der Bäcker / die Bäckerindie Bäckerbaker
der Arzt / die Ärztindie Arztdoctor
der Türke / die Türkindie TürkeTurk
der Kollege / die Kollegindie Kollegecolleague
meine Freundinmein feste Freundmy girlfriend
die Steegin (surname derivative)die Steeg
die Eiskönigindie Eiskönig
die Malerinnenschule (compound, non-person referent)die Malerinnenschule

Die Alman-Spezifikation ist Open Source und kann bearbeitet werden auf GitHub.